REFLEXIONSÜBUNG: So kommen Sie raus aus dem Stress und finden Ihre Balance zurück

Am 10.10.2019 ist Welttag der psychischen Gesundheit, der #WorldMentalHealthDay. Ein guter Anlass, um das eigene Wohlbefinden mal näher ins Visier zu nehmen und zu reflektieren. Selbstreflexion und für sich zu sorgen, ist wichtig. Auch wenn es um Stress und den Umgang damit geht, damit er nicht krank macht. Einen möglichen Weg und das passende Hilfsmittel dazu stelle ich Ihnen hier vor.

REFLEXIONSÜBUNG: So kommen Sie raus aus dem Stress und finden Ihre Balance zurück

Kommen Ihnen diese oder ähnliche Situationen bekannt vor?

Sie haben mal wieder viel zu viele Themen auf Ihrer Agenda. Sie fühlen sich angespannt, sind innerlich unruhig und stehen eigentlich permanent unter Strom.

Sie sind frustriert, weil Sie sich abrackern und trotzdem wenig schaffen. In letzter Zeit fällt es Ihnen auch schwerer, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Sie lassen sich leicht ablenken, verzetteln sich schnell, vergessen hier und da auch mal was und es schleichen sich häufiger kleine Fehler ein.

Zu allem Überfluss fehlt Ihnen die Zeit, um mal in Ruhe in sich zu gehen, einfach mal abzuschalten oder darüber nachzudenken, was Sie daran ändern und wie Sie es sich leichter machen können.

Das nervt Sie, raubt Ihnen enorm viel Kraft und diese Anspannung tut auf Dauer auch Ihrer Gesundheit nicht gut.

Wenn Sie sich hier wiedererkennen sollten, kann Ihnen sagen: Damit sind Sie nicht allein.

Das Gute daran ist: Sie können selbst etwas dagegen tun, jetzt gleich.

Wie Sie vom Dauerstress-Modus wieder in Ihre Balance kommen

Ich zeige Ihnen hier einen möglichen Weg aus dem Stress über eine sehr effektive REFLEXIONSÜBUNG, die sich in meiner Beratungspraxis auch als Selbstcoaching-Technik bewährt hat. 

Nicht nur meinen Kunden bzw. Klienten ist sie eine schnell wirksame Hilfe im Alltag, auch ich wende sie regelmäßig an. Denn Alltags-Stress und Hamsterräder kenne ich auch. 

Selbst als “Profi” ist man davor nicht gefeit. Man lernt nur durch sein Handwerkszeug, Reflexion und ggf. Supervision, den Fallen leichter auf die Schliche zu kommen, die man sich selbst stellt und kann bestenfalls auch schneller intervenieren.

Mit dieser REFLEXIONSÜBUNG kann ich es Ihnen zwar nicht einfacher machen, Ihre persönliche Balance im beruflichen und privaten Kontext zu finden. Auch aus dem Hamsterrad können nur Sie selbst aktiv aussteigen. 

Aber ich kann Ihnen ein Werkzeug zur Verfügung stellen, mit dem Sie Ihren eigenen Weg aus dem Stress und Ihre Schritte bewusster, reflektierter und entspannter angehen können. Hinein in ein freudvolles und erfüllendes Er-Leben mit gesunder Leistung und einem individuell für Sie ausgewogenem Verhältnis zwischen Belastung und Entspannung.

Leider wird Entspannung des Öfteren belächelt und mit Wellness abgetan. Dabei geht es jedoch um viel mehr als das. Es ist wichtig für unser körperliches, geistig-mentales und emotional-soziales Wohlbefinden. Denn wer unter Dauerstress und Anspannung steht, hat kaum noch Kapazitäten frei, um sich um das zu kümmern, was wirklich wichtig ist und auch gut tut. Weil im Stress alle Kanäle auf “Funktionsmodus” geschaltet sind. Es spielen sich Automatismen ab, die Gewohnheiten folgen und davon abzuweichen wird zum Kraftakt. Das kostet Energie. Woher aber nehmen, wenn die Ressourcen mittlerweile knapp sind? Also wird der Weg gewählt, der in dem Moment am wenigsten anstrengt. Das vermittelt kurzfristig Erleichterung, aber die Spirale dreht sich weiter und weiter und wird immer enger. Bis man den Prozess stoppt. Entspannung ist ein notwendiger und physiologischer Prozess zur Regeneration unserer gesamten Körperfunktionen, Zellen und zur Erholung. Denken Sie nur mal an Sportler. Keiner trainiert da Non-Stop. Aus gutem Grund.

Einen Haken hat das mit der Reflexion dann allerdings doch: Es funktioniert nur, wenn Sie es aus freien Stücken lernen, weil Sie es möchten und dazu auch bereit sind. Wenn sie eine REFLEXIONSÜBUNG wie die vorgestellte regelmäßig machen und Ihre Technik im und durch Ihr Training verbessern. Dafür geht es – je öfter Sie das machen – dann um so schneller, dass Sie innerlich zur Ruhe kommen, abends leichter abschalten und auch zwischendurch mal eben entspannen können.

Und schließlich noch ein Rat, den ich Ihnen ans Herz legen möchte, weil es mich aufregt (nur ein ganz klein wenig): Fallen Sie nicht auf vermeintlich einfache Erfolgsrezepte wie „In 4 Schritten entspannt erfolgreich“ oder „10 Tipps für Ihr besseres Zeitmanagement“ herein!

Einige Tipps sind sicher hier und da auch ganz nützlich, aaabber … 

Warum Zeitmanagement hier zu kurz greift

So verlockend es auch ist, so einfach funktioniert das nicht mit dem Stressmanagement durch Zeitmanagement. Nicht, wenn es Ihnen wie oben beschrieben oder ähnlich geht und Sie unter Strom stehen.

Aber vermutlich sind Sie auch schon selbst dahinter gekommen. Vielleicht haben Sie deswegen sogar extra ein Zeitmanagement-Seminar besucht und ärgern sich jetzt umso mehr, weil Sie es ja besser wissen müssten, wie Sie Ihre Zeit in den Griff bekommen.

Verbannen Sie das jetzt guten Gewissens für eine Weile aus Ihrem Kopf! Sie sind nicht Schuld! Es ist einfach nicht das passende Mittel. Okay?

Ich kann Ihnen auch sagen warum und auf einen Schlag 4 Gründe nennen, weshalb es keine einfache Abkürzung gibt und Zeitmanagement zu kurz greift: 

  • Zeitmanagement kratzt hier nur an der Oberfläche. Es ist als Toolset zu sehen, das vor allem auf mehr Effizienz und Produktivität ausgelegt ist. 
  • Indem Sie Ihre Aufmerksamkeit in einer Stress-Situation auf den Output lenken, bewirken Sie eher das Gegenteil und setzen sich noch mehr unter Druck. 
  • Dadurch verstärkt sich das Gefühl von Getriebensein, innerer Unruhe, Insuffizienz-Erleben und Sie treiben Ihr Hamsterrad noch mehr an. 
  • Zeit kann man weder managen, noch durch Tricks und Tools gewinnen.

Die harte Wahrheit ist: Zeit muss man sich nehmen für das, was wichtig ist und sich gleichzeitig dafür entscheiden, etwas anderes sein oder loszulassen. 

Und diese Kunst gelingt uns nicht, indem wir die Lösung für unser Problem im Außen und in sachlich-strategischen Methoden suchen. Jeder noch so talentierte Künstler lernt sein Handwerk und verbessert seine Techniken im Laufe der Zeit.

Seien Sie Künstler. Entdecken und heben Sie Ihr kreatives und schöpferisches Potenzial!

Erlauben Sie sich Entschleunigung

Was auch immer Sie aktuell antreibt und (noch) davon abhält, den nächsten Schritt aus dem Stress heraus zu machen: Schauen Sie dort genauer hin, was bei Ihnen dazu führt, dass die Situation so ist, wie sie gerade ist und Sie sich so fühlen, wie Sie sich gerade fühlen.

Ja, wir mögen uns nicht so gerne mit den Themen auseinandersetzen, die uns unangenehm sind. Es ist jedoch elementar, um aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Nur wer sich selbst kennt, sich über seine Muster und Prioritäten, deren Herkunft, seiner Haltung, Werte und tiefen Bedürfnisse im Klaren ist, kann sein Denken und Verhalten und die Umstände in seinem Lebens- und Arbeitsumfeld, die mit zu dem erlebten Stress führen oder ihn unterhalten auch ändern. 

Dafür müssen Sie (und ich sage das Wort „müssen“ nicht gerne) wohl oder übel Position für sich beziehen und sich für die Richtung entscheiden, wo Sie jetzt und zukünftig hin wollen: 

  • Halten Sie es noch eine Weile aus mit dem Stress. Ist es okay für Sie, sich getrieben zu fühlen und weiter treiben zu lassen?
  • Oder möchten Sie einen anderen Weg einschlagen, für Ihre Gesundheit, mehr Erfüllung, Erfolg UND Balance in Ihrem beruflichen und privaten Leben?

Wenn Sie noch nicht genau wissen, wie Sie dort hinkommen, kann ich Sie beruhigen: Der Weg entwickelt sich beim Gehen.

Selbstreflexion ist ein wunderbares Tool, um diesen Weg Schritt für Schritt klarer zu sehen, die eigenen Muster aufzudecken und ein schnell wirksames Mittel bei zu viel Stress (Stress ist an sich auch nicht das Problem, der gehört zum Leben dazu, auch im positiven Sinne).

Die REFLEXIONSÜBUNG wird Ihnen helfen, achtsamer und sorgsamer mit sich und Ihren persönlichen Ressourcen umzugehen. Dafür braucht es auch nicht viel. 

Dafür braucht es vor allem Zeit, Muße und erholende Pausen. Das ist das Ding.

Auch wenn Ihnen aktuell vielleicht nicht danach zumute ist: Erlauben Sie sich das. Genau das! Sie dürfen! Sie werden es nicht bereuen, versprochen. 

Und wenn Sie sich aktuell nicht in der Lage dazu fühlen, diese Verantwortung für sich selbst zu übernehmen oder Sorge haben, die Kraft nicht alleine aufbringen zu können, holen Sie sich Hilfe. Lassen Sie sich von jemandem unterstützen, dem Sie vertrauen und der oder die Sie Schritt für Schritt begleitet.

Hauptsache, Sie machen den ersten Schritt, wenn Sie etwas an Ihrer Situation zum Besseren verändern wollen.

Verschaffen Sie sich mehr Freiraum für sich, auch direkt im Arbeitsalltag: Schon kurze Auszeiten bewirken viel, um durchzuatmen und neue Energie zu tanken.

Effektive, erholende 5-Minuten-Pausen zwischendurch, etwa alle 45 Minuten oder jede volle Stunde sind bei den meisten von uns drin – bzw. wären sie es, wenn wir ehrlich sind. Oder? 

Und wenn das für Sie nicht für möglich sein sollte, dann nehmen Sie sich eben am Tagesende oder gleich morgens Zeit für ein Resümee und Selbstreflexion. 

Die REFLEXIONSÜBUNG: Stellen Sie sich diese 5 Fragen

Gehen Sie die Stress-auslösenden Situationen in Ihrem Alltag einmal gedanklich durch. Schreiben Sie alles, was Ihnen dazu einfällt auf ein Blatt Papier. Stellen Sie den Timer auf 5 Minuten, damit Sie sich nicht in einer Gedankenspirale festfahren. Dann legen Sie los. 

Egal ob es dringende Termine, der Streit mit dem Partner, das letzte Gespräch mit dem Kunden, die Einkaufsliste oder was auch immer ist. Lassen Sie alles raus und schreiben Sie lose in Schlagworten hintereinander weg, was Ihnen im Kopf umschwirrt.

Der Nebeneffekt: So haben Sie gleichzeitig alles abgespeichert, extern gesichert und brauchen sich keine Sorgen ums Vergessen zu machen. Gut, nicht?

Fragen Sie sich, welche Situation Sie aktuell besonders stresst, was Sie aufgeregt hat und wie Sie die Situation in dem Moment wahrgenommen haben.

5 FRAGEN ZUR SELBSTREFLEXION

  1. Was oder wer hat Sie unter Druck gesetzt? 
  2. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?
  3. Was haben Sie sich dabei gedacht?
  4. Wie hat Ihr Körper darauf reagiert?
  5. Wie haben Sie sich dann verhalten?

Versuchen Sie, Ihre Wahrnehmung, Ihr Empfinden und Erleben nachzuvollziehen und sich bewusst zu machen, wie Sie „ticken“. Gibt es da vielleicht etwas, was Sie leicht auf die Palme bringt? Hat sich Ihr Verhalten in irgendeiner Weise geändert? Sind Sie schneller reizbar als früher? So etwas kann Ihnen dadurch auffallen und bewusst werden. 

Rekapitulieren Sie, wie Sie mit der aktuellen Situation umgegangen sind und wie Sie sonst üblicherweise damit umgehen würden. Dann können Sie sich auch fragen, wie Sie beim nächsten Mal mit der Situation umgehen könnten oder gedanklich Optionen für ähnliche Situation durchspielen. “Trockenübungen” machen, sozusagen, um sich vorzubereiten.

Schaffen Sie sich für diese REFLEXIONSÜBUNG Strukturen, die Ihnen als Bande helfen, Ihre Strategien zu entwickeln. Klarheit, Struktur und Fokus sind wichtig, um Halt zu finden, ohne Druck von außen.

Gehen Sie Ihren Weg. Nutzen Sie am Anfang ruhig das, was sich schon bei anderen bewährt hat. Gucken Sie sich hier und da etwas ab, probieren Sie es selbst aus und adaptieren Sie es für sich. Wenn Sie sich (wieder) sicherer und mehr bei sich fühlen, werden Sie von ganz allein eigene Wege kreieren. 

Nutzen Sie daher gerne einfach meine Vorlage.

Notieren Sie sich diese 5 Leitfragen als Checkliste für regelmäßige Reflexionen, am besten täglich, immer im gleichen Ablauf. Nutzen Sie dafür Pausen oder machen Sie es gleich morgens oder abends. Gewöhnen Sie sich kleine Alltagsroutinen an. Hilfreich ist es, sich einen Termin mit sich selbst, z.B. „Reflection time“ zu blocken und die Routine auch immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu machen. Vielleicht als Ritual mit einem schönen Tee?

Der Weg aus dem Stress: Warum es wirkt.

Durch die Fragen und Ihr Nachdenken, Ihre kognitiven Prozesse, gewinnen Sie emotionalen Abstand zu der Stress-auslösenden Situation und können sich mit etwas Übung sogar direkt in der Situation mehr Raum und Zeit zur Anpassung Ihrer Bewertung verschaffen.

So beruhigen Sie sich und erweitern Ihren Möglichkeits- und Spielraum, anders zu denken und zu handeln. Die Anspannung lässt nach und der Druck auf Ihren Schultern oder im Nacken löst sich langsam auf. Stattdessen spüren Sie mehr Leichtigkeit, können freier agieren und bekommen sukzessive einen klaren Kopf, um den nächsten Schritt zu machen.

Damit nehmen Sie das Ruder in die Hand, können besser steuern, wie Sie reagieren und fahren z.B. auch im hektischen Alltag und bei Konflikten nicht mehr so leicht aus der Haut. Denn Ihr Verhalten ist zum großen Teil das Ergebnis Ihrer Gedanken und Ihrer emotional geprägten Bewertung, Erwartungen und Gewohnheiten. Daran können Sie arbeiten.

Sie werden mit der Zeit merken, dass Sie (wieder) deutlich gelassener werden, fokussierter und produktiver arbeiten, zumal Sie mit mehr Energie und Lust mehr Wirkkraft entfalten.

Ein letzter Tipp: Seien Sie geduldig und gütig mit sich selbst. Aus dem Hamsterrad auszusteigen, wird erfahrungsgemäß nicht von heute auf morgen gelingen. Vielmehr ist es ein Entwicklungs- und Lernprozess, der Sie Ihr Leben lang begleiten wird. Wenn Sie das für sich annehmen können, erfahren Sie dafür umso mehr über sich selbst und Ihre Stärken.

Probieren Sie es mal 2 Wochen aus und schreiben Sie mir, wie es Ihnen damit geht. Wenn Sie damit gute Erfahrungen machen, bleiben Sie dran. Bis jetzt hat es bei allen funktioniert.

Und nun wünsche ich Ihnen eine angenehme Nachtruhe, einen erholten Start in den morgigen Tag und viele neue (Selbst-)Erkenntnisse!

Herzliche Grüße

Hintergrund zum Beitragsbild:

Reflexion ist eine Spiegelung, ein Instrument zur Selbstentwicklung. Die Wendeltreppe symbolisiert für mich den Weg über Etappenziele: Schritt für Schritt zur nächsten Stufe (Quelle: Pixabay/CC0-Lizenz).

Fokus finden und halten

Haben Sie noch Fragen? Dann Scheiben Sie mir gerne eine E-Mail an info@karin-kelle-herfurth.de.

Oder fällt es Ihnen schwer, sich im Alltag abzugrenzen und den nötigen Freiraum zu verschaffen, um innerlich zur Ruhe zu kommen? Dann ich Ihnen dabei helfen. Dazu habe ich das passende Beratungs-Angebot entwickelt, von der kurzfristigen Lösung bis hin zur längeren Begleitung bei Ihren Herausforderungen – für Neue Wege zum gesunden Erfolg.

Erste Impulse gebe ich Ihnen auch gerne kostenfrei in einem unverbindlichen Erstgespräch mit auf den Weg. Hier können wir Ihre Ziele und Bedürfnisse klären und schauen, ob und welche Form einer Zusammenarbeit am Besten zu Ihrem Anliegen passt.

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