Die Würfel sind gefallen. Erfinden wir uns neu.

‪Die Entwicklung rund um Covid-19 stellt uns alle, und uns als Selbständige, FreiberuflerInnen und KleinunternehmerInnen in besonderem Maße vor große Herausforderungen. Wir können das Kind ruhig beim Namen nennen: Es gibt Probleme. Nicht nur solche, die uns durch Auftragsstornierungen, Absagen von Veranstaltungen und Einschränkungen im Lebensalltag gegenwärtig treffen, sondern auch die Folgen, mit denen wir persönlich und geschäftlich umgehen müssen. Das macht unruhig und hält uns in Alarmbereitschaft.

Jeder findet gerade seine Art und Weise, sich mit der Ausnahmesituation zu arrangieren. Mir hilft es, die aufkommende Energie zu nutzen und zu kanalisieren. So habe ich das Bedürfnis, zwischen all die Nachrichten ein paar positive Impulse zu setzen und im Netz zu verteilen. Mit dem Wunsch, bei manchen etwas Beruhigung, Zuversicht und Vertrauen in sich vermitteln zu können.

Wie wir uns mit der Ausnahmesituationen arrangieren können:

Es ist Montagmorgen und die Sonne scheint. Es ist ungewohnt still draußen und die Vögel zwitschern. Schön, denke ich mir. Also auf in eine neue Woche und das Leben unter anderen Umständen. Nehmen wir sie an, wie sie sind und machen wir das Beste daraus. 

Auch wenn es aktuell nicht Ihre Wahrnehmung sein mag. Wir sind als Menschen dafür gemacht, mit Unsicherheiten, Krisen und Chaos umzugehen. Die Anlagen und Kreativität zur Problemlösung stecken in uns. Nur ist der Blick auf unsere Fähigkeiten, die realen Möglichkeiten und das Denken in Alternativen versperrt, wenn wir im Dauermodus unter Anspannung stehen, uns dem Stress ergeben und sich Panik breit macht. 

Das schürt Ängste und hält sie aufrecht. Es treibt uns emotional in die Enge, blockiert das rationale Denken und mündet bei manchen Menschen in Hilflosigkeit, Schockstarre oder blindem Aktionismus. Und das Verhalten und Stimmungsbild der Masse färbt ab. Leider in den wenigsten Fällen zielgerichtet.

Unterstützen wir uns lieber gegenseitig darin, den Blick von reißerischen Schlagzeilen, News Tickern und der Informations- und Kommentarflut in sozialen Medien wegzulenken und für das Wesentliche zu schärfen. 

Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das, was wir beeinflussen können, was aufklärt und Handlungsoptionen aufzeigt, was nützt und wirklich weiterbringt.

Jeden Tag fallen die Würfel anders. Also richten wir uns darauf ein!

Nehmen wir uns daher jeden Tag die Zeit, die Situation für uns und uns selbst zu reflektieren, unseren eigenen Plan zu schmieden und nachzujustieren.

Reaktionen wie Unsicherheit, Verzweiflung, Angst (vor Kontrollverlust) und Wut auf andere Menschen, Institutionen, Medien und die Politik, vielleicht auch Wut auf sich selbst, sind normal. Diese Emotionen bewusst zu machen und zu reflektieren, was das mit einem macht, ist wichtig, um sicher mit kritischen Situationen umzugehen. 

Unsere Gedanken, Emotionen und die Gefühle, die aus ihnen entstehen und oft Existenzielles und zutiefst Persönliches berühren, brauchen ihren Raum und sollten nicht unterdrückt, sondern aufgefangen werden. Sie zu kommunizieren, hilft dabei, sie situativ einzuordnen, uns selbst und unsere Reaktionen besser wahrzunehmen und unser Denk-, Gedanken- und Verhaltensrepertoire zu erweitern.

Impulskontrolle ist in dieser Zeit um einiges anstrengender als sonst und manche kommen in dieser Hinsicht schneller an ihre Grenzen. Sehen Sie es so: Jeder Mensch agiert und reagiert im Rahmen seiner Möglichkeiten, die ihm in einer konkreten Situation zur Verfügung stehen und mit den Ressourcen, auf die er zugreifen kann. Je mehr wir innerlich im Stress sind und uns mit negativen Gedanken und Ängsten quälen, desto eher wird die Fähigkeit zur Impulskontrolle und jede andere Form der Selbstbeherrschung und Selbstdisziplin geschwächt. 

Die gute Nachricht ist, dass wir diese höheren kognitiven Funktionen und Selbstreflexion trainieren und unsere Ressourcen gezielt auf- und ausbauen können. Genau das können wir jetzt tun und die Zeit dafür nutzen, in Selbst- und Fremdverantwortung. 

Wir dürfen uns nicht dazu hinreißen lassen, unseren Unmut an anderen auszulassen und genauso wenig anderen Menschen und den äußeren Umständen die Kontrolle über uns gewinnen lassen. 

Nehmen Sie Prävention beim Wort und gehen Sie es pragmatisch an!

Aus der Sicht des persönlichen Gesundheits- und Krisenmanagements ist es wichtig, sich bei schwierigen Umständen zunächst einen Überblick zu verschaffen, die Lage orientierend zu analysieren, Funktionierendes zu stabilisieren und größeren Engpässen vorzubeugen. 

Das gilt zunächst für uns selbst. Denn nur, wenn wir einen kühlen Kopf bewahren, können wir unsere Arbeits- und Lebensweisen in geeigneter Form anpassen, unsere Unternehmung souverän durch die Turbulenzen führen und neue Wege beschreiten.

Einige Anregungen, was Sie zur individuellen Prävention tun können:

  • Seien Sie gütig und in dieser Ausnahmesituation besonders verständnisvoll und fürsorglich mit sich selbst und gegenüber anderen.

  • Halten Sie sich nach Möglichkeit an ein positives, stützendes Umfeld und Vertrauenspersonen an Ihrer Seite, bei denen Sie sich auch mal (Verzeihung …) auskotzen, fluchen und weinen können.

  • Setzen Sie die wichtigsten persönlichen Hygiene-Maßnahmen zum Gesundheits- und Infektionsschutz um und halten Sie sich mit wenigen aussagekräftigen Informationsquellen auf dem Laufenden. Den NDR-Podcast mit dem Virologen Prof. Christian Drosten hatte ich neulich schon erwähnt. Ansonsten sind auch die aktuellen Stellungnahmen von Bundesgesundheitsministerium interessant.

  • Nutzen Sie die Zeit, indem Sie Ihre Konzepte überarbeiten, interne Prozesse optimieren und schauen, was Sie digitalisieren und online machen können. 

  • Bauen Sie Ihre sozialen Netzwerkaktivitäten aus. Nicht wahllos auf allen Kanälen, lieber einige wenige richtig. Es geht um Beziehungsaufbau und Kontaktpflege zu PartnerInnen, KollegInnen und KundInnen.

  • Informieren Sie sich als Einzel- und KleinunternehmerIn oder FreiberuflerIn zu wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, z.B. zur Entschädigung bei Verdienstausfällen und Überbrückungsmöglichkeiten finanzieller Engpässe durch Reduktion von Steuervorauszahlungen, Krankenversicherungsbeiträgen etc.

  • Schützen und stärken Sie sich und Ihr biologisches und mentales-emotionales Immunsystem.

Sorgen Sie für Ihr körperliches und psycho-soziales Wohlergehen!

Wenn das sonst vielleicht zu kurz kommt in der Betriebsamkeit des Alltages, intensivieren Sie das jetzt ruhig und stellen Sie Ihr ganz persönliches Gesundheitsprogramm individuell zusammen.

Sie können Ihr Immunsystem und Wohlergehen schon durch einfache Maßnahmen stärken:

  • einem kleinen Bewegungsprogramm zum täglichen Ausgleich als Morgenroutine, abends oder zwischendurch, beginnend mit 10 Minuten (ja, das ist schon effektiv!)
  • Lockerungs-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen für den Rücken und Schulter-/Nackenbereich zum Vorbeugen und Abmildern von Muskelverspannungen und Schmerzen, die durch Bewegungsmangel und Stress begünstigt werden
  • abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit wertvollen Nährstoffen, viel planzlichem Fett und Vitaminen und Spurenelementen, frischem Gemüse, Obst und sekundären Pflanzenstoffen (stecken besonders in dem, was bunt ist)
  • Spazierengehen an der frischen Luft, in der freien Natur, die Sonnenstrahlen (+ Vitamin D-Portion) und Vögelgezwitscher genießend, nur eben nicht in Menschengruppen
  • virtuelle Kaffeepausen mit KollegInnen und gemütliche FaceTime- oder Skype-Calls am Abend und Wochenende mit entfernten Familienmitgliedern und Freunden
  • einer persönlichen “Inventur” Ihrer beruflichen und privaten Ziele, um die Zeit nach der Krise zu planen
  • die längst überfällige Bücherliste “abarbeiten” und Lesen, Neues lernen (mit Online-Kursen, Blogs, Moocs, freien Web-Konferenzen, Twitter Lerncommunities …)
  • mit Meditieren und Entspannungsübungen anfangen, erholsam und länger Schlafen (aus medizinischer Sicht sind 6-8 Stunden zu empfehlen, als Orientierung) 
  • sich in Zweisamkeit und Familie neu finden, mehr sprechen, den Tagesablauf gemeinsam organisieren
  • usw. …

Picken Sie sich das Passende für Sie heraus und ergänzen Sie nach Belieben. 

Gesundheit braucht und gibt Kraft, Energie und Freude am Leben

Machen Sie das, was Ihnen gut tut, Wohlbefinden vermittelt und gesund ist, solange es andere nicht gefährdet. 

Wissen Sie was? Schreiben Sie mir, wenn Ihnen die Decke auf den Kopf fällt und Sie sich Inspiration und Austausch wünschen. Niemand muss wegen dem Virus einen Lagerkoller bekommen. 

Auch wenn es um persönliche Beratung und konkrete Unterstützung geht, bin ich gerne für Sie da. Zusammen geht es leichter. Kontaktieren Sie mich einfach und buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch.

Wir können besser mit schmerzvollem Leid, der Komplexität des Ganzen und Unvorhersehbarem umgehen, wenn wir das Steuerrad selbst in die Hand nehmen und auf Sicht segeln. 

Sicherheit ist ohnehin nur das, was wir aus uns selbst heraus erzeugen können, wenn wir den Zugang zu uns finden und in gutem Kontakt zu anderen sind. Schotten wir uns also trotz Isolation nicht sozial ab. Pflegen wir Beziehungen auf andere Weise. 

Begrüßen wir den digitalen Wandel, der nun schneller kommt als gedacht. Mit Klarheit und Besonnenheit können wir gemeinsam noch auf viel mehr Potenzial zurückgreifen. ‬

Und in jeder Krise steckt eine Chance, persönlich und zusammen zu wachsen. Not macht auch er-finderisch.

In diesem Sinne: (Er)Finden wir uns (neu).

Bildnachweis: fotografierende / Pexels 

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