Die Würfel sind gefallen. Erfinden wir uns neu.

‪Die Entwicklung rund um Covid-19 stellt uns alle, und uns als Selbständige, FreiberuflerInnen und KleinunternehmerInnen in besonderem Maße vor große Herausforderungen. Wir können das Kind ruhig beim Namen nennen: Es gibt Probleme. 

Nicht nur solche Probleme, die Sie, andere und auch mich durch Auftragsstornierungen, Absagen von Veranstaltungen und Einschränkungen im Lebensalltag aktuell treffen. Sondern auch durch die heute noch nicht absehbaren Folgen, mit denen wir persönlich, in unserem sozialen Umfeld und mit unserer geschäftlichen Ausrichtung umgehen müssen. Das macht unruhig, verursacht Stress und hält erst mal in Alarmbereitschaft.

Jeder findet gerade seine Art und Weise, sich mit dieser Ausnahmesituation zu arrangieren. Mir hilft es unter anderem, aufkommende Unruhe und Energie für Kreatives zu nutzen und durch Schreiben zu kanalisieren. Beispielsweise habe ich das Bedürfnis, in meinem sozialen Netzwerk auf LinkedIn und Twitter zwischen all die Nachrichten und Diskussionen um das Virus und dessen Auswirkungen auch ein paar Wissens- und Reflexions-Impulse zu anderen Themen zu setzen und zu teilen. 

Mein Anliegen und Wunsch ist es, anderen mit Informationshäppchen, Gedankengängen zum Weiterdenken und praktischen Tipps zum Ausprobieren etwas zur Erkenntnisbildung und Ermöglichung von etwas, aber auch zur Beruhigung, für Zuversicht und Vertrauen in sich vermitteln zu können.

Wie wir uns mit der Ausnahmesituationen arrangieren können:

Es ist Montagmorgen und die Sonne scheint. Ungewohnt still draußen und die Vögel zwitschern. Schön, denke ich mir. Also auf in eine neue Woche und das Leben unter anderen Umständen. Nehmen wir sie an, wie sie sind, machen wir das Beste daraus oder eben etwas Anderes. 

Auch wenn es aktuell nicht Ihre Wahrnehmung sein mag. Menschen sind dafür gemacht, mit Unsicherheiten, Krisen und Chaos umzugehen. Wir sind vielleicht heute und hierzulande eher ungeübt mit sowas. Aber die Anlagen und Kreativität zur Problemlösung stecken in uns. Nur ist der bewusste Blick auf unsere Fähigkeiten, die Möglichkeiten und das Denken in Alternativen oft versperrt, wenn es z. B. um einschneidende Ereignisse geht, wir im Dauermodus unter Anspannung stehen, uns dem Stress ergeben oder sich Panik breit macht. 

Das schürt Ängste, lässt sie aufkommen und aufrecht erhalten. Das treibt wiederum emotional in die Enge, blockiert das rationale Denken und mündet in vorübergehender Hilflosigkeit, Schockstarre, Fluchtversuchen oder blindem Aktionismus. Das beobachtete Verhalten und Stimmungsbild der Masse färbt ab. Leider in den wenigsten Fällen zielgerichtet, wie man an den Hamsterkäufen von Klopapier & Co. sieht.

Was können wir stattdessen tun?

Uns selbst disziplinieren, darin üben und unterstützen, die Wahrnehmung zu prüfen, den Blick von reißerischen Schlagzeilen, News Tickern und der Informations- und Kommentarflut in sozialen Medien weg zu lenken – und den Fokus für das Wesentliche zu schärfen. Auf das konzentrieren, was wir beeinflussen und bewirken können.

Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das, was wir beeinflussen können, was über Relevantes informiert, aufklärt und Handlungsoptionen aufzeigt, was uns nützt und wirklich weiterbringt.

Jeden Tag fallen die Würfel anders. Also richten wir uns darauf ein!

Nehmen wir uns daher jeden Tag die Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten, die Situation und Auswirkungen auf mehreren Ebenen zu erfassen und die Bedeutung für uns reflektieren, daraus unseren eigenen Plan schmieden, andere Wege ausprobieren und nachjustieren. Das wird oft nur in kleinen Schritten möglich und sinnvoll sein.

Emotionale Reaktionen wie Unsicherheit, Verzweiflung, Angst vor Kontrollverlust, Schwäche, Scham und Wut auf andere Menschen, Institutionen, Medien und die Politik, vielleicht auch Wut auf sich selbst, sind normal. Diese Emotionen sich bewusst zu machen und zu reflektieren, was das mit einem macht, wie sich das anfühlt, was man dabei denkt und warum, ist wichtig, weil man daraus lernt, mit kritischen Situationen umzugehen. 

Die Empfindungen durch Wahrnehmung und Bewertung, die Gefühle und Gedanken, die aus ihnen entstehen und oft Existenzielles und zutiefst Persönliches berühren, brauchen ihren Raum und sollten nicht unterdrückt, sondern aufgefangen werden. Sie zu kommunizieren, hilft dabei, sie in der Situation einzuordnen, uns selbst und die Reaktionen besser wahrzunehmen und unser Denk-, Gedanken- und Verhaltensrepertoire zu erweitern.

Impulskontrolle ist in dieser Zeit um einiges anstrengender als sonst und manche kommen in dieser Hinsicht schneller an ihre Grenzen. Sehen Sie es so: Jeder Mensch agiert und reagiert im Rahmen seiner Möglichkeiten, die ihm in einer konkreten Situation zur Verfügung stehen und mit den Ressourcen, auf die er zugreifen kann. Je mehr wir innerlich im Konflikt sind, uns mit negativen Gedanken und Ängsten quälen, desto eher wird die Fähigkeit zur Impulskontrolle und jede andere Form der Selbstbeherrschung und Selbstdisziplin geschwächt. 

Die gute Nachricht ist, dass wir höhere kognitive Funktionen wie auch persönliche Fähigkeiten zur Selbstregulation trainieren und Resilienz und andere Ressourcen zum Teil gezielt auf- und ausbauen können. Genau das können wir jetzt tun und die Zeit dafür nutzen, in Selbst- und Fremdverantwortung. 

Wir brauchen vor allem auch Konflikt- und Frustrationstolerenz. Wir dürfen uns nicht dazu hinreißen lassen, unseren Unmut an anderen auszulassen und genauso wenig anderen Menschen und den äußeren Umständen die Kontrolle über uns gewinnen lassen. 

Nehmen Sie Prävention beim Wort und gehen Sie es pragmatisch an!

Im Sinne Ihres persönlichen Gesundheitsmanagements und präventiv orientierten Krisenmanagements ist es wichtig, sich bei schwierigen Umständen erst mal selbst zu stabilisieren. Indem Sie Abstand finden zum Brennpunkt, zum Durchatmen und um sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, die Lage orientierend zu analysieren, auf Funktionierendes setzen und das machen, was geht, um größeren Engpässen vorzubeugen. 

Krisen erfordern auch und insbesondere von Unternehmerinnen und Unternehmern Selbstfürsorge. Denn nur, wenn wir einen kühlen Kopf bewahren, können wir unsere Arbeits- und Lebensweisen in geeigneter Form anpassen, zielgerichtet verändern und unsere Unternehmung mit den dynamischen Bedingungen im Außen souverän durch die Turbulenzen führen und neue Wege beschreiten.

Einige Anregungen, welche Sie für Ihr individuelle Prävention nutzen können:

  • Seien Sie gütig und in dieser Ausnahmesituation besonders verständnisvoll, geduldig und fürsorglich mit sich selbst und gegenüber anderen.

  • Halten Sie sich nach Möglichkeit an ein positives, stützendes Umfeld und Vertrauenspersonen an Ihrer Seite, bei denen Sie sich auch mal (Verzeihung …) auskotzen, fluchen und weinen können.

  • Setzen Sie die wichtigsten persönlichen Hygiene-Maßnahmen zum Gesundheits- und Infektionsschutz um und halten Sie sich mit wenigen aussagekräftigen Informationsquellen auf dem Laufenden. Den NDR-Podcast mit dem Virologen Prof. Christian Drosten hatte ich neulich schon erwähnt. Ansonsten sind auch die aktuellen Stellungnahmen von Bundesgesundheitsministerium interessant.

  • Nutzen Sie die Zeit, indem Sie Ihre geschäftlichen Konzepte überprüfen und überarbeiten, interne Prozesse optimieren und schauen, was Sie digitalisieren und online machen können. 

  • Bauen Sie Ihre sozialen Netzwerkaktivitäten aus. Nicht wahllos auf allen Kanälen, lieber einige wenige richtig. Es geht um Beziehungsaufbau und Kontaktpflege zu PartnerInnen, KollegInnen und KundInnen.

  • Informieren Sie sich als Einzel- und KleinunternehmerIn oder FreiberuflerIn zu wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen, z.B. zur Entschädigung bei Verdienstausfällen und Überbrückungsmöglichkeiten finanzieller Engpässe durch Reduktion von Steuervorauszahlungen, Krankenversicherungsbeiträgen etc.

  • Schützen und stärken Sie sich und Ihr biologisches und mentales-emotionales Immunsystem.

Sorgen Sie für Ihr körperliches und psycho-soziales Wohlergehen!

Wenn das sonst vielleicht zu kurz kommt in der Betriebsamkeit des Alltages, intensivieren Sie das jetzt ruhig und stellen Sie Ihr ganz persönliches Gesundheitsprogramm individuell zusammen.

Sie können Ihr Immunsystem und Wohlergehen schon durch einfache Maßnahmen stärken:

  • einem kleinen Bewegungsprogramm zum täglichen Ausgleich als Morgenroutine, abends oder zwischendurch, beginnend mit 10 Minuten (ja, das ist schon effektiv!)
  • Lockerungs-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen für den Rücken und Schulter-/Nackenbereich zum Vorbeugen und Abmildern von Muskelverspannungen und Schmerzen, die durch Bewegungsmangel und Stress begünstigt werden
  • abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit wertvollen Nährstoffen, viel planzlichem Fett und Vitaminen und Spurenelementen, frischem Gemüse, Obst und sekundären Pflanzenstoffen (stecken besonders in dem, was bunt ist)
  • Spazierengehen an der frischen Luft, in der freien Natur, die Sonnenstrahlen (+ Vitamin D-Portion) und Vögelgezwitscher genießend, nur eben nicht in Menschengruppen
  • virtuelle Kaffeepausen mit KollegInnen und gemütliche FaceTime- oder Skype-Calls am Abend und Wochenende mit entfernten Familienmitgliedern und Freunden
  • einer persönlichen “Inventur” Ihrer beruflichen und privaten Ziele, um die Zeit nach der Krise zu planen
  • die längst überfällige Bücherliste “abarbeiten” und Lesen, Neues lernen (mit Online-Kursen, Blogs, Moocs, freien Web-Konferenzen, Twitter Lerncommunities …)
  • mit Meditieren und Entspannungsübungen anfangen, erholsam und länger Schlafen (aus medizinischer Sicht sind 6-8 Stunden zu empfehlen, als Orientierung) 
  • sich in Zweisamkeit und Familie neu finden, über Bedürfnisse und auch unkonventionelle Lösungswege für Vereinbarkeiten sprechen, den Tagesablauf gemeinsam organisieren
  • usw. …

Picken Sie sich das Passende für Sie heraus und ergänzen Sie nach Belieben. 

Gesundheit braucht und gibt Kraft, Energie und Freude am Leben

Machen Sie das, was Ihnen gut tut, Wohlbefinden vermittelt und gesund ist, solange es andere nicht gefährdet. 

Wissen Sie was? Schreiben Sie mir, wenn Ihnen die Decke auf den Kopf fällt und Sie sich Inspiration und Austausch wünschen. Niemand muss wegen dem Virus einen Lagerkoller bekommen. 

Auch wenn es um persönliche Beratung und konkrete Unterstützung geht, bin ich gerne für Sie da. Zusammen geht es leichter. Kontaktieren Sie mich einfach und buchen Sie ein kostenfreies Erstgespräch.

Wir können besser mit schmerzvollem Leid, der Komplexität des Ganzen und Unvorhersehbarem umgehen, wenn wir das Steuerrad selbst in die Hand nehmen und auf Sicht segeln. 

Sicherheit ist ohnehin nur das, was wir aus uns selbst heraus erzeugen können, wenn wir den Zugang zu uns finden und in gutem Kontakt zu anderen sind. Schotten wir uns also trotz physischer Distanz nicht sozial ab. Knüpfen und pflegen wir Beziehungen auf andere Weise. 

Begrüßen wir die Vorzüge des mobilen Arbeitens und selbstbestimmten Lernens, die wir mit dem digitalen Wandel gestalten können, der nun in vielen Bereichen schneller kommt als gedacht. 

In jeder Krise steckt irgendwann eine Chance. Menschen können daran wachsen. Mit Klarheit, Orientierung und Besonnenheit können wir gemeinsam noch auf viel mehr Potenzial zurückgreifen. 

Und die Not macht auch er-finderisch.

In diesem Sinne: (Er)Finden wir uns (neu).

Bildnachweis: fotografierende / Pexels 

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Ein Gedanke zu „Die Würfel sind gefallen. Erfinden wir uns neu.

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