Meta-Orientierung für medizinische und systemische Bildung

Die Seite „Begriffswelten“ bündelt zentrale Begriffe mit Bedeutungs- und Handlungsräumen für komplexitätsbewusste, präzisere Sprache. Sie enthält eigene Referenzen sowie Beispiele aus den Bereichen Medizin, Beratung, systemische Gesundheitsbildung und Ökonomie. Diese dienen als Vorschläge für Fach- und Führungspersonen, die komplexe Zusammenhänge in ihrem Alltag als mehrdimensionale Phänomene erfassen, differenziert kommunizieren und in unsicheren Kontexten gut entscheiden möchten.

Wozu das Ganze? Aktuell passiert in vielen gesellschaftlichen Bereichen das Gegenteil von produktiven Dialogen und Diskursen, die ein Bemühen um Komplexitätsreflexion und Kooperation voraussetzen. Polarisierung und Empörung verstärken sich entlang von Ideologien; verbale Aggressionen und rhetorische Delegitimierungen nehmen zu. Dies dient vor allem einseitigen Interessen. Doch an diesen Stellen ist etwas veränderbar: Sprache, Form, Struktur, professionelle Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse.

Die Basis bilden eine umfassende Wissensarchitektur sowie ein Glossar, das ich nach und nach ergänze und erweitere. Was Sie hier finden, sind wesentliche Grundlagen, auf die ich mich auch in Beiträgen mit formalen und systemischen Analysen beziehe. Zudem zeige ich anhand entwickelter Reflexions- und Arbeitsmodelle, wie sich Erkenntnisse der FORMWELT-Forschung im Sinne modernster Systemtheorie und Kybernetik nach realkonstruktivistischem Verständnis (Peyn) in der Praxis anwenden lassen.

Zitiervorschlag für diese Seite:

Kelle-Herfurth, K. (2025). Begriffswelten und Glossar. Verfügbar unter: https://karin-kelle-herfurth.de/begriffswelten-und-glossar/ abgerufen am [Datum]

Architektur und Glossar: Wie Wissen organisiert wird, das einen Unterschied macht

Ich arbeite nicht mit statischen Definitionen, sondern mit Referenzen. Begriffe werden nicht „festgelegt“, sondern basierend auf einem FORMWELT-kompatiblen System gebaut, das Begriffe nicht für sich isoliert denkt, sondern in ihren Bedeutungsräumen und Funktionslogiken denkt. Dadurch werden ihre Erzeugungsbedingungen und systemischen Wirkorte sichtbar gemacht.

Einfache visualisierte Wissensarchitektur hinter „Begriffswelten“ mit dreistufigem Workflow der „Begriffsarbeit“: Drei Felder stehen nebeneinander, dazwischen markieren Pfeile die Richtung.
1. Erfasse die FORMlogik:
Fokus - Leitdifferenz - Umwelterwartung.
2. Ordne systemische Dimensionen:
Wo wirkt die Form? (Sprache, Medizin, Politik, Organisation ).
3. Leite Handlungsräume ab -
Kommunikative Risiken & professionelle Optionen.
Workflow funktionaler Begriffsarbeit

Jeder Eintrag folgt einer klaren formlogischen Grundstruktur:
1. Worauf richtet sich der Begriff strukturell? (Fokus – Welche Unterscheidung wird gesetzt?)
2. Welche Leitdifferenz ordnet das Phänomen? (Kontext – Welche Ordnung oder Theorieform wirkt?)
3. Was „macht“ diese Kommunikationsform in einem System? (Umwelterwartung – Welche Dynamik erzeugt der Begriff?)

Mit dieser Systematik erläutere ich einen Begriff nicht nur, sondern beschreibe ihn in seiner Funktionslogik – also in dem Mechanismus, der die beobachtbaren Erscheinungsformen erst hervorbringt. So wird er tiefgreifend verstanden. Es sind keine Dogmen. Ich zeige in Analysen, wozu Begriffe eingesetzt werden, woraufhin sich ein Kommunikationssystem ausrichten könnte und grenze davon ab, wie sie für mich persönlich funktionieren.

FORMlogik ist daher nicht einfach ein zusätzliches Theorieelement, sondern sie zeigt form- und strukturbildende Bedingungen beobachtbarer Phänomene von Kommunikation(ssystemen) an. Ohne sie wäre ein Begriff wie zum Beispiel „Bullyshit“ nicht erklärbar, weil erst die Leitdifferenzen sichtbar machen, wie und warum er in bestimmten Kontexten entsteht und woraufhin er wirkt – als Anliegen eines Systems, unabhängig von Absichten und Personen.

Danach werden systemische Dimensionen differenziert – also Orte, an denen die Form wirksam wird: Sprache, Medizin, Politik, Organisation, Recht, Ökonomie und so weiter. Diese Dimensionen sind Ableitungen, nicht Ursprünge.

Kurz gesagt:
Erst: Was ist es? → Dann: Wie funktioniert es? → Dann: Wo zeigt es sich?

– FORMlogik = Generator des Phänomens
– Systemische Dimensionen = Wirkorte der Form

Die gesamte Wissensarchitektur des Glossars basiert daher auf FORMlogiken und Dimensionsordnungen, die sich auf unterschiedlichen Beobachtungsebenen beobachten, analysieren und vermitteln lassen.

Zitiervorschlag für Glossar-Einträge:

Kelle-Herfurth, K. (Publikationsjahr). [Begriff]. Glossar. Verfügbar unter: https://karin-kelle-herfurth.de/glossar/[begriff], abgerufen am [Datum]

Beispiel für Glossar-Eintrag „Bullyshit“:
Kelle-Herfurth, K. (2025). Bullyshit. Glossar. Verfügbar unter: https://karin-kelle-herfurth.de/glossar/bullyshit, abgerufen am 9.11.2025