Dr. med. Karin Kelle-Herfurth

Dr. med. Karin Kelle-Herfurth

Beratende Ärztin und Partnerin für Neue Wege zum gesunden Erfolg - für Menschen und Unternehmen in Transformation.

Health & Business Counseling stärkt Sie, Ihre Gesundheit und Führung bei der Neuausrichtung im digitalen Wandel - in der Prävention, beim beruflichen Wiedereinstieg und Neustart in der Selbstständigkeit.

Anfragen

Rezidiv-Risiko nach Schlaganfall senken: Wie Prävention vor dem zweiten schützt

Wie lässt sich das Rezidiv-Risiko nach einem überstandenen Schlaganfall senken? Wie effektiv ist Prävention und schützt sie auch vor einem erneuten Ereignis? Solche Fragen tauchen häufiger in betrieblichen Gesundheits-Sprechstunden und Beratungen zur medizinischen Prävention und Nachsorge nach der Neurorehabilitation auf.

Die kürzlich aktualisierte Leitlinie „Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke“ gibt genau zu dieser Frage Orientierung – und spricht in Bezug auf einen gesunden Lebensstil neun Empfehlungen aus (1, Literatur unten im Artikel).

Das Rezidiv-Risiko nach einem Schlaganfall senken - Die ÄrzteZeitung fasst zusammen: "Neue Leitlinie: Neun Tipps gegen den zweiten Schlaganfall"

Einordnung: Worum geht es?

Was ist ein ischämischer Schlaganfall?

Ein ischämischer Schlaganfall ist die häufigste Art von Schlaganfällen, umgangssprachlich “Hirninfarkt” genannt. Denn dem Ereignis liegt ähnlich wie bei einem Herzinfarkt eine plötzliche kritische Unterbrechung der Organdurchblutung zugrunde. Ursache für einen Schlaganfall ist in über 80 % der Verschluss eines Blutgefäßes, welches das Gehirn versorgt.

Auslöser können beispielsweise verschleppte Blutgerinnsel sein, ausgehend von einem kleinen Thrombus, der sich vormals im Herzen aufgrund eines (bisher nicht bekannten) Vorhofflimmerns gebildet hat. Oder ein persistierendes Foramen ovale, das eher bei jüngeren Menschen im Zuge der Ursachenklärung häufiger entdeckt wird.

Wie sich ein ischämischer Schlaganfall auswirkt, ist unterschiedlich, abhängig von der Region des betroffenen Gehirnareals und dem Ausmaß der Schädigung durch die akute Unterversorgung. Die Symptome treten wortwörtlich schlagartig auf. Folgen können unter anderem Lähmungen einer Körperhälfte, Sprach- und Sprechstörungen, Aufmerksamkeits- und Orientierungsstörungen oder Gedächtnisdefizite sein (hier ausführlich).

Unter einer transitorisch ischämischen Attacke (TIA) versteht man eine Durchblutungsstörung des Gehirns, die weniger als eine Stunde andauernd zu spürbaren Symptomen führt. Und sie hinterlässt keinen in der Bildgebung sichtbaren Schaden im Gehirngewebe. Die Beschwerden sind daher in der Regel nur vorübergehender Natur. Dennoch ist die TIA ein Notfall und diagnostisch durchaus fordernd.

Was bedeutet Sekundärprophylaxe?

Sekundärprophylaxe, oder Sekundärprävention, bezieht sich auf Interventionen, die das erneute Auftreten einer Erkrankung verhindern sollen. Nach einem überstandenden ischämischen Schlaganfall ist es wichtig, einen weiteren zu vermeiden.

Das Hauptziel der Schlaganfall-Sekundärprophylaxe ist das Identifizieren und Behandeln der Risikofaktoren, die zu dem ersten Schlaganfall geführt haben. Dies kann je nach medizinischer Indikation durch Einnahme von Medikamenten erfolgen. Beispielsweise solche, die den Blutdruck senken oder die Blutgerinnung hemmen bzw. verzögern.

Dennoch kann die Ursache für einen Schlaganfall und ein Rezidiv auch mit modernster Diagnostik nicht immer eindeutig ermittelt werden. Weil sehr viele und individuell unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen und wechselwirken.

Ebenso zählen zur Sekundärprophylaxe verhaltensbasierte präventive Ansätze zur Veränderung von individuellen gesundheitsbezogenen Gewohnheiten wie zum Beispiel: den Lebensstil anpassen, die Ernährung umstellen oder sich in krankheitsspezifischen Fragen weiterbilden und andere Maßnahmen, die das Rezidiv-Risiko nach dem Schlaganfall senken.

Demgegenüber zielt die Primärprävention auf das Erhalten von Gesundheit und Vorbeugen von Erkrankungen ab. Und zwar, bevor eine Schädigung oder Krankheit überhaupt eintritt. Somit richtet sie sich an jeden gesunden Menschen und Menschen mit bekannten Risikofaktoren für eine Erkrankung.

Die Tertiärprävention schließt ein, Langzeitfolgen zu reduzieren aus der akuten Krankheitsphase und Spätfolgen wie Komplikationen im Genesungsverlauf und sekundäre Erkrankungen zu vermeiden. Dies sind auch Aufgaben der langfristigen Rehabilitation und aktivierenden Pflege.

Erfahren Sie, was Primärprävention genau bedeutet und wie Sie wirksame Maßnahmen direkt in Ihren Alltag integrieren können. Die Schlaganfallbegleitung gibt einfach umsetzbare Präventionstipps: Einem Schlaganfall vorbeugen – wie schütze ich mich?

Warum ist Sekundärprävention wichtig?

Menschen, die einen ersten ischämischen Schlaganfall oder die „leichtere“ Form, eine transitorische ischämische Attacke (TIA), erlitten haben, haben ein erhöhtes Risiko für einen weiteren Schlaganfall.

Bei mehr als fünf Prozent bzw. bei bis zu jeder zehnten Person kommt es nach einem Schlaganfall innerhalb eines Jahres zu einem erneuten Ereignis. Die Auswirkungen eines Schlaganfall-Rezidivs häufiger schwerwiegend als bei einem ersten Schlaganfall.

Nicht nur angesichts der Fakten, auch im Verständnis und Mitgefühl für das körperliche und emotionale Erleben ist es nachvollziehbar, dass Menschen, die einen Schlaganfall überlebt haben und ihre Angehörigen große Angst vor einem zweiten, schlimmeren Schlaganfall haben.

Längst ist wissenschaftlich gut belegt, dass eine gesunde Lebensweise das Risiko für Schlaganfälle deutlich senken kann. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wenig Salz, wenig Alkohol und Verzicht auf Tabak: Bereits mit diesen Ansätzen lässt sich das persönliche Schlaganfallrisiko der Leitlinie zufolge deutlich senken.

Umgekehrt sind bis zu 80 % der Schlaganfälle auf eine ungesunde Lebensweise zurückzuführen und damit prinzipiell vermeidbar.

Trifft das gleichermaßen auf Menschen zu, die bereits einen Schlaganfall oder eine TIA hinter sich haben? Lässt sich auch das Rezidiv-Risiko nach einem Schlaganfall durch “Lifestyle-Modifikation” senken?

Die Vermutung liegt nahe, schreibt Thomas Müller in der Ärztezeitung, dass solche Personen erst recht auf eine gesunde Lebensweise achten sollten. Allerdings ist die Evidenz für Lebensstil-Veränderungen zur Sekundärprophylaxe eher dürftig. Es gibt kaum brauchbare Studien, oder Untersuchungen liefern widersprüchliche Resultate, stellen die Autorinnen und Autoren der aktuellen S2k-Leitlinie fest.

Im zweiten Teil der Leitlinie, der sich unter anderem auch mit dem Lebensstil beschäftigt, basieren die Empfehlungen zur Ernährung, zur körperlichen Aktivität sowie zum Alkoholkonsum daher überwiegend auf Studien zur Primärprävention.

Was wird empfohlen, um das Rezidiv-Risiko eines Schlaganfalls zu senken?

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) widmen dem Aspekt Lebensstil in der Sekundärprophylaxe in der neuen Leitlinie insgesamt neun kleine Kapitel (1).

Darin liefern sie einen Überblick zur aktuellen Literatur und geben konkrete Empfehlungen zu folgenden Lebensstil-Veränderungen:

1️⃣ Regelmäßig Sport und Gymnastik

2️⃣ Auf kardioprotektive Mischkost achten

3️⃣ Keine Supplementierung mit B-Vitaminen

4️⃣ Fisch ja, Fischöl eher nicht

5️⃣ Alkoholkonsum reduzieren

6️⃣ Mind. 3 Portionen Obst und Gemüse am Tag

7️⃣ Mit Rauchen komplett aufhören

8️⃣ Den BMI (Body-Mass-Index) checken

9️⃣ Weniger ist bei Kochsalz mehr

Weiterführend beschrieben sind diese neun Punkte in den Ausführungen des oben verlinkten Artikels der ÄrzteZeitung bzw. im Original-Text der AWMF-Sk2-Leitlinie (1).

Zu Punkt 8: Ein Kommentar und fachlicher Hinweis

Etwas unpassend bis despektierlich finde ich die Formulierung in der ÄrzteZeitung im ersten Teil: „Den BMI checken! Sollten Dicke nach einem Schlaganfall zunächst einmal ordentlich abspecken? …“

Und zum zweiten Teil ist zu sagen, dass die medizinische Relevanz des traditionell verwendeten BMI (Body-Mass-Index) zur Einstufung des Grades der Fettleibigkeit überschätzt wird (vgl. 3):

„… Dafür gibt es gute Gründe, letztlich begünstigt eine Adipositas viele kardiovaskuläre Risikofaktoren und ist mit einem erhöhten Risiko für einen ersten Schlaganfall verbunden.“

Der BMI ist ein äußerlich beschreibender Wert. Er sagt nichts über die Zusammensetzung und Verteilung des Körperfetts und metabolische Funktionen bzw. Dysbalancen von regulatorischen Prozessen aus (3). Das sollte man differenzierter darstellen, auch wenn die Leitlinien-Empfehlungen hier auf Alltagstipps abzielen. Vorurteile und Sprache könnten so vielleicht eher reflektiert werden.

Meine Empfehlung? Lassen Sie sich professionell zum Thema Ernährung und geeigneten gesunden Strategien zum Abnehmen beraten und begleiten. Ich zeige Ihnen nachfolgend drei Ansätze und Tipps, wie Sie mit gezielter Hilfe weiterkommen.

Ein angedeuteter Büroschreibtisch mit Laptop und gesunder Zwischenmahlzeit durch einen Apfel und eine Glasbox mit Gemüse zum Artikel-Thema „Rezidiv-Risiko nach Schlaganfall senken“
Rezidiv-Risiko nach Schlaganfall senken: Täglich drei Obst- und Gemüse-Portionen (Bild von Canva)

Prävention lieber professionell begleitet umsetzen? Drei Tipps für Ess- und Gewichtsverhalten

Das Rezidiv-Risiko nach einem Schlaganfall lässt sich durch Vorsorge und einen gesunden Lebensstil effektiv senken. Dafür spricht auch die aktualisierte Leitlinie „Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke“ mit ihren neun Tipps.

Auf drei weiterführende Empfehlungen möchte ich Sie noch aufmerksam machen. Sie beziehen sich auf Hilfe bei der Umsetzung im Alltag zu den Handlungsfeldern Ernährung, Essverhalten und Gewichtsreduktion auf gesunde Art und Weise.

Denn dazu kommen häufiger Fragen in meinen Gesundheits-Sprechstunden und in Selbsthilfe-Foren – aber es gibt hier keine einfache Antwort oder ein Standardkonzept, das für alle passt.

Tipp 1: Online-Präventionskurs Ernährung

Wie setzen Sie eine für sich passende gesunde Ernährung im Alltag um? Was bedeutet „gesund ernähren“ für Sie? Welche Essgewohnheiten wollen Sie verändern, um Ihr persönliches Schlaganfall-Risiko zu senken – auch ohne viel Zeit fürs Kochen aufwenden zu müssen oder auf Leckereien und Genussvolles zu verzichten?

Oder möchten Sie als Gesundheitsfachperson Ihr Wissen auffrischen und wissen, welche Hilfen und Empfehlungen Sie Menschen mitgeben können, die sich weiterbilden wollen und eine Ernährungsumstellung anstreben?

Darauf hat die Schlaganfallbegleitung Antworten in Form eines Online-Präventionskurses zum Selbstlernen aufbereitet. Die Lerninhalte sind zu einzelnen Themenmodulen und Lernzielen auf kleine Einheiten verteilt und verständlich erklärt.

Es geht nicht nur um reine Wissensvermittlung. Der Kurs regt auch an, Zusammenhänge zu verstehen und sich selbst zu reflektieren. Welche Rolle zum Beispiel die psychische Verfassung auf das Ernähungsverhalten hat. Oder wieso sich Menschen gerade in Stresssituationen wider besseres Wissen eher für ungesunde Alternativen entscheiden – und wie man dem widersteht.

Das Ergebnis ist nicht nur ein modernes digitales Bildungsangebot für mehr Gesundheitskompetenz. Es empowert durch Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstcoaching, um langfristig dranzubleiben und souverän mit Rückschlägen umzugehen, ohne schlechtes Gewissen.

Olaf schreibt als Betroffener: „Hört sich eher nach einer allmählichen Reform der eigenen Essgewohnheiten an und nicht nach einem strikten und radikalem Ansatz, den man vermutlich eher früher als später wieder aufgibt. Das kommt meiner persönlichen Essbegeisterung sehr entgegen. Sicher eine Chance, mit den eigenen Ängsten in positiver Form umzugehen.“ 

(Aus „Kontraste“, Artikel auf seinem Blog über das Leben mit Schlaganfall: https://weitermitplanb.org/)

Und: Der Online-Ernährungskurs ist der erste professionelle Präventionskurs dieser Art speziell zur Schlaganfallprävention und um das Rezidiv-Risiko nach einem Schlaganfall zu senken.

Der Kurs ist von der Zentralen Prüfstelle Prävention nach § 20 SGB V zertifiziert. Somit wird die Kursgebühr von den Krankenkassen erstattet, von den meisten sogar vollständig.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Präventionskurs Ernährung richtet sich an Menschen, die nach einem Schlaganfall das Risiko für einen weiteren reduzieren wollen. Und bei denen keine ernährungsrelevante Vorerkrankung, Ernährungs- oder Essstörung vorliegt, die medizinisch oder psychotherapeutisch behandlungsbedürftig ist.

Geeignet ist der Kurs auch für alle anderen „Gesunden“ zur Primärprophylaxe. Und für die, die mehr als dieses Ziel verfolgen, sich Gutes tun und ihre körperliche und mentale Fitness durch eine nachhaltig gesunde Ernährungsumstellung langfristig stärken wollen.

Erfahren Sie mehr über den Online-Präventionskurs Ernährung - und wie Sie das Rezidiv-Risiko für einen erneuten Schlaganfall senken: https://schlaganfallbegleitung.de/praeventionskurs-ernaehrung

Zusätzlich können Sie sich im Schlaganfall-Forum, der digitalen Selbsthilfe, mit anderen Betroffenen und Angehörigen austauschen und Fragen im Expertenchat stellen.

Transparenzhinweis: Ich schreibe als freiberufliche Autorin medizinische Fachartikel für die Schlaganfallbegleitung und berate auch im Expertenchat zu bestimmten Themen.

Tipp 2: Fachartikel über Abnehmstrategien

Ein normales, gut reguliertes Körpergewicht ist medizinisch gesehen in präventiver Hinsicht und in subjektiver Hinsicht vorteilhaft. Es bringt viele positive Effekte für Ihr Wohlbefinden und die Lebensqualität mit sich.

Abnehmen ist eines der häufigsten Themen im Bereich Lifestyle & Health, zu dem es wohl auch mindestens so viele Mythen wie Fragen gibt. Fakt ist: Ein Patent-Rezept gibt es wie immer nicht. Es ist eine höchst individuelle Angelegenheit und wird durch viele Faktoren bestimmt, für jeden Menschen den geeigneten Weg zu erkunden.

Wie Sie dafür die Grundlagen schaffen, verrät Ihnen dieser Artikel auf dem Portal der Schlaganfallbegleitung in dem großen Ernährungs-Special zur Schlaganfallprävention: Gesund Abnehmen – So gelingt es

Inhaltlich erfahren Sie in diesem Fachartikel:

– Was sind Übergewicht und Adipositas?
– Was macht dick?
– Woraus besteht unsere Nahrung?
– Wie fange ich an?
– Ernährung umstellen
– Schritt für Schritt mehr bewegen

Tipp 3: Professionelle Ernährungsberatung

Wer den Wunsch hat, mit einem soliden Konzept auf gesunde Weise abzunehmen oder mit bisherigen Selbstversuchen einer Ernährungsumstellung nicht zufriedenstellend weitergekommen ist. Dem empfehle ich, das Vorhaben unter professioneller Anleitung und Begleitung anzugehen. Bestenfalls schon früher, nicht erst Anlass-bezogen, wenn etwas zum Problem geworden ist. Es geht schließlich auch um mehr, als das Rezidiv-Risiko nach einem Schlaganfall zu senken.

Dennoch möchte ich ermutigen: Für eine Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie ist es nie zu spät. Mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen und bei laufenden Behandlungen wie Chemotherapie bei Krebserkrankungen sowieso. Weil sich der Stoffwechsel- und Energiebedarf ändert.

Außerdem zeigt sich in der Praxis häufiger, dass Ursachen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Übergewicht nicht differenziert abgeklärt werden. Auch für ungünstiges Essverhalten gibt es vielfältige Umstände und Wechselwirkungen, die zu wenig analysiert werden, genetisch determinierte und soziale Einflüsse sowie systemische Abhängigkeiten, die nicht bewusst sind – und sich somit im Alltag nach kurzer Zeit wieder erneute Hürden stellen. Beispielsweise im Kompensationsversuch von psychosozialem Stress. Rückfälle werden dann als persönliches Scheitern gewertet, was zusätzlich stresst.

Unerwünschtes Verhalten „abzustellen“, klappt weder einfach mit Diäten und Selbstdisziplin, noch mit Druck von außen. Sondern nur mit einer individuell zugeschnittenen und schrittweise angepassten, langfristigen Umstellung der Ernährung und des Bewegungs- und Essverhaltens, das nachhaltig in eine gesamtheitliche Lebensstil-Anpassung integriert ist. Das ist gesundheitsfördernd und viel weniger mit Verzicht verbunden als oft angenommen.

Profis sollten vor allem auch bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 begleiten. Frühzeitig kann man den noch gut ernährungstherapeutisch angehen und Medikamente verzichtbar machen oder hinauszögern.

Wenn Sie also ernsthaft mit dem Gedanken spielen, abzunehmen und motiviert sind, die Weichen für Ihre gesunde Lebensführung zu stellen, können Sie sich:

🔸 ernährungsmedizinisch vorstellen oder in der hausärztlichen Praxis um eine Empfehlung für professionelle Ernährungsberatung (Formular 36) bzw. Ernährungstherapie fragen. Sie brauchen eine Notwendigkeitsbescheinigung nach §43 SGB V (es ist dennoch eine „Kann-Leistung“ der Kasse, siehe unten). Damit können Sie sich an einen Diätassistenten oder an eine Ökotrophologin (m/w/d) wenden.

🔸 selbst an Ihre Krankenkasse wenden, über Präventionsangebote und professionelle Anbieter informieren sowie entsprechende Zuschüsse beantragen.

🔸 im Internet z. B. beim VDD Verband der Diätassistenten – Deutscher Berufsverband e. V. weiterführend informieren, was möglich ist.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse?

Professionelle Ernährungsberatung wird bei medizinischer Indikationen unterstützt, z. B. bei Diabetes Mellitus Typ ll. Die Beteiligung an den Kosten hängt von der Zielsetzung – Prävention oder Therapie – und der jeweiligen Krankenkasse ab, zum Teil auch vom Ermessen der Sachbearbeiter. Daher kann die persönliche Kommunikation im direkten Austausch auch weiterführen. Die Höhe der Bezuschussung für eine zertifizierte Ernährungsberatung ist sehr variabel und bezieht sich auf den Gesamtbetrag.

WICHTIG: Die Kostenübernahme ist unbedingt im Vorfeld zu klären und schriftlich bestätigen zu lassen. Man muss erst mal in Vorleistung gehen und Kosten für bis zu fünf Sitzungen vorstrecken. Kostet eine Sitzung bei einer Ernährungsberatung aktuell 60 Euro, wären das 300 Euro (Beispiel, ohne Gewähr). Die Kasse übernimmt davon dann einen Teil zwischen 30 – 100% und erstattet rückwirkend.

Tipp: Bei entsprechender medizinischer Indikation zur Verbesserung chronischer Erkrankungen ist es sinnvoll, die erwähnte „ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung“ für Ernährungstherapie nach Paragraf 43 gleich am Anfang zusammen mit einem Kostenvoranschlag einzureichen.

80 – 85 % der Therapiekosten werden übernommen, bis zum Maximalbetrag der jeweiligen Kasse. Die Praxen kümmern sich um fast alles, um die Bürokratie von Patienten so gut wie es geht fernzuhalten.

Fragen aus dem Schlaganfall-Forum

Lipopotein(a)-Wert erhöht – Wie kann ich den Wert und mein Schlaganfall-Risiko senken?

Nahrungsergänzungsmittel nach Schlaganfall: Was macht Sinn? Reicht eine ausgewogene Ernährung aus?

Ergänzung dazu:

Studienzusammenfassung über die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln auf das Schlaganfall-Risiko

Vegetarische und vegane Ernährung – Vorteile, Risiken und Tipps gegen Nährstoffmangel

Weitere Fragen, Themen und Austauschmöglichkeiten finden Sie im Schlaganfall-Forum der Schlaganfallbegleitung - Ein kostenfreies Angebot zur digitalen Selbsthilfe für Betroffene und Angehörige mit Expertenchat

Weitere Blog-Artikel und Ressourcen

Lebenserwartung und Lebensqualität nach einem Schlaganfall

Fachartikel auf Schlaganfallbegleitung.de von Dr. med. Karin Kelle-Herfurth

Gesundheits- & Business-Impulse

Schließen Sie sich meinem Health & Business Insider-Netzwerk an. Hier erwarten Sie monatliche Fach-Impulse, Inspiration und Tipps zu gesunder Lebens- und Unternehmensführung, nebst Live Online-Dialogen zum persönlichen Austausch – für 0 €.

Beratung, Bildung und Begleitung

Ob individuelle medizinische Beratung zur Prävention und Rehabilitation in der Online-Sprechstunde, ein Workshop zur Vertiefung oder professionelle Unterstützung für Ihre gesundheitlichen und persönlichen Ziele:

Wenn Sie ein Konzept nach Maß wünschen, was Sie im Alltag und Beruf wirklich umsetzen wollen und können – in der Selbstständigkeit oder um als Fachperson Menschen und Unternemen in individuellen und systemischen Gesundheitsfragen zu unterstützen: Lassen Sie uns sprechen, nehmen Sie Kontakt auf.

Literatur

(1) AWMF-Sk2-Leitlinie: Sekundärprophylaxe ischämischer Schlaganfall und transitorische ischämische Attacke – Teil 2: Lebensstil, arterielle Stenosen, andere Antithrombotika-Indikationen, Hormone, Diabetes mellitus, Schlafapnoe. Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V., Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft e.V. Stand: 01.02.2022. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/030-143.html

(2) Zu epidemiologischen Aspekten: The Frequency and Timing of Recurrent Stroke – An analysis of routine health insurance data – Autoren: Stahmeyer, J T; Stubenrauch, S; Geyer, S; Weissenborn, K; Eberhard, S – Publikation: Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 711-7. – DOI: 10.3238/arztebl.2019.0711

(3) Lese-Tipp auch zur Kritik an der Verwendung des BMI, Editorial über “Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: jenseits von Körpergewicht und Energiebilanz”, in englischer Sprache publiziert: Katharina Lechner, Ronald M Krauss, Obesity and cardiovascular disease: beyond body weight and energy balance, European Journal of Preventive Cardiology, 2022; zwac220, https://doi.org/10.1093/eurjpc/zwac220

Diesen Beitrag teilen ... 1000 Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert