ME/CFS und Long COVID als Komplexerkrankungen erkennen, Versorgung und Kommunikation verbessern, Teilhabe ermöglichen – mit medizinischem Wissen, systemischer Perspektive und sprachlicher Präzision.

Das Bild stellt visuell den Begriff „Crash“ dar, der von intensiven, geschwungenen und turbulenten Farbwellen in Blau-, Grün- und Gelbtönen umgeben ist. Diese Wirbel symbolisieren die überwältigende Erschöpfung und die chaotischen körperlichen und mentalen Auswirkungen eines "Crashs" bei Post-Exertional Malaise (PEM), wie sie bei Long COVID und ME/CFS auftreten. Die lebhaften, dynamischen Farben und Formen verstärken das Gefühl von Desorientierung und Überforderung, das viele Betroffene nach einer zu hohen Belastung empfinden.

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom), Long COVID bzw. das Post-COVID-Syndrom und verwandte postinfektiöse Erkrankungen zählen zu den größten globalen Gesundheitsherausforderungen. Es handelt sich um komplexe, oft chronisch verlaufende und stark behindernde multisystemische Erkrankungen. Sie greifen tief in körperliche, psychische und soziale Lebensbereiche ein und prägen Alltag, Teilhabe und Lebensperspektiven von Millionen Menschen.

Die Betroffenen kämpfen jedoch nicht nur mit den schwerwiegenden Symptomen und einer massiven Einschränkung ihrer Handlungsräume. Hinzu kommen fehlende Anerkennung, strukturelle Barrieren und soziale Ausgrenzung – oftmals auch in professionellen Hilfesystemen. Die Folgen sind erheblich. Verspätete oder falsche Diagnosen, unzureichende Anwendung leitliniengerechter Empfehlungen, ungeeignete Rehabilitationskonzepte bis hin zu ungeklärter sozialrechtlicher Absicherung.

Viele dieser Belastungen wären vermeidbar – sie entstehen nicht nur aus Wissenslücken, sondern auch aus kommunikativen und systemischen Mustern. Deshalb braucht es neben medizinischer Expertise auch Perspektiven, die die Komplexität ernst nehmen: systemische Bildung, differenzierte Sprache, präzise Analyse und Formen des Denkens, die Unsicherheit einbeziehen. Diese Seite bietet dafür Orientierung, zeigt Muster, öffnet Handlungsräume – für Betroffene, Fachpersonen und Entscheidungstragende.

Wofür diese Seite steht

Diese Seite bündelt eine Sammlung ausgewählter LinkedIn-Beiträge und Blog-Artikel, die:

– medizinische Grundlagen zu ME/CFS, Long COVID und verwandten Krankheitsbildern erläutern,
– systemische Dynamiken von Psychologisierung, Stigmatisierung und Versorgung sichtbar machen,
– Auswirkungen auf Alltag, Beruf und Teilhabe beschreiben und volkswirtschaftliche Dimensionen einbeziehen,
– und ebenso Wege zeigen, wie Prävention, Beratung und Versorgung verantwortungsvoll gestaltet werden können.

Sie richtet sich an Fachpersonen, Entscheidungsverantwortliche und Betroffene, die mehr wollen als Einzelfakten: Orientierung in Spannungsfeldern von Evidenz, strukturellen Mustern und gelebter Wirklichkeit. Es geht hier nicht um schnelle Antworten, doch Sie dürfen Impulse erwarten, die Denk- und Handlungsräume erweitern, Kreativität und langfristige Lösungspfade ermöglichen.

Wie sich Krankheitsbilder definieren, welche Systeme betroffen sind und warum das Leitmerkmal allesentscheidend ist.

Medizinische Basics: Krankheitsdefinitionen und Epidemiologie

Postinfektiöse Erkrankungen sind kein neues Phänomen – und doch prägen sie die Gegenwart stärker denn je

Das Rätsel von Long COVID lösen: Was wir wissen und was zu tun ist

Mit jeder Infektion steigt das Risiko für Long COVID

ME/CFS: Es geht nicht um Erschöpfung. Es geht um Existenz.

Spezifische Auswirkungen: Pathomechanismen und Befunde

Skelettmuskelveränderungen bei Long COVID und ME/CFS: Hinweise auf eigenständige Krankheitsmechanismen

COVID-19 und neurokognitive Langzeitfolgen: ein unterschätztes Risiko

Kognitive Funktionen und Gehirnstruktur nach COVID-19: Was bedeuten das für den Alltag?

Zu neurologischen Langzeitfolgen und Veränderungen im Gehirn bei Post COVID

Long COVID, Sehstörungen und die Rolle von Aufklärung und Gesundheitsberatung

Über Infektionsschutz und Verdrängungsmechanismen

Über die Atemwege übertragene, systemische Infektionskrankheiten befinden sich laut ARE-Bericht des RKI (KW 40/2025) auf einem Allzeithoch

#LongCOVIDAwarenessDay2025: 5 Jahre Long COVID – Wie werden wir später erklären, was wir getan haben?

Lehren aus der COVID-19-Pandemie für Lüftung und Raumluftqualität

Der ExpertInnenrat der Bundesregierung begrenzt sich auf Impfen und Hygiene – Warum dieses überholte Paradigma der Infektionskontrolle?

COVID-19 und das Prinzip Hoffnung: Die Illusion der saisonalen und milden Infektionskrankheit führt zur Desinformation

Das dröhnende Schweigen über Auswirkungen der Pandemie, Long COVID, ME/CFS und andere Folgen viraler Persistenz

Endemie hat nichts mit ENDE zu tun. Und wenn eine Krankheit endemisch wird, wird sie nicht harmlos oder weniger gefährlich, sondern heimisch.

Wie wir die Welt sehen und dabei Realitäten übersehen

„Ich sehe nichts, also ist da nichts“ – „Ich merke nichts, also ist es harmlos“

First, do no harm! Das Leitmerkmal Post-exertionale Malaise (PEM)

Fehldiagnosen und Falschbehandlung bei ME/CFS verhindern und ein besseres Verständnis fördern – PEM ist mehr als Belastungsintoleranz

Was ist Post-Exertionelle Malaise? Warum Ausruhen und Pause machen nicht reicht

Belastungsintoleranz und PEM bei Long COVID und ME/CFS – Für ein besseres Verständnis statt Verharren in überholten Paradigmen

Skelettmuskelveränderungen bei LongCOVID und ME/CFS: Hinweise auf eigenständige Krankheitsmechanismen – Zur neuer Studie (Wüst, 2025)


Was Fachpersonen, Betroffene und Einrichtungen tun können, um Schäden zu begrenzen und Funktionsfähigkeit zu erhalten.

Reha bedeutet bei ME/CFS und Post-COVID mit PEM vor allem Prävention und Teilhabe

Warum Schonfrist bei Infektionsnachweis und bei Covid-19-Erkrankung wichtig ist

Prävention von Long COVID bzw. Vorbeugen chronischer Verläufe wie MECFS

Rehabilitation bei Post-COVID-Syndrom und ME/CFS: Über Missverständnisse

Der Reha-Gedanke muss bei dieser Erkrankung völlig neu gedacht werden – Zusammenfassung einer qualitativen Online-Befragung von Long/Post-COVID-Betroffenen zur stationären Rehabilitation (Hammer et al. 2024)

Reha bei ME/CFS: Wenn gut gemeint nicht gut tut und warum es nicht reicht, Konzepte zu verbessern – Reflexion zu vorläufigen Ergebnissen des Pilotprojektes„CFS_Care“ der Charité-geführten Studie in Kreischa

Prognose entscheidend: PEM vermeiden und Pacing anwenden

Bei ME/CFS und Long/Post COVID mit PEM sind gestufte Bewegungstherapie und kognitive Verhaltenstherapie unwirksam oder sogar schädlich!

Wenn „mehr Bewegung“ nicht die richtige Antwort ist

Crashs vermeiden: Warnsignale erkennen, Energie managen

Erschöpfung verhindern: Energie sparen und einteilen, ressourcenschonend Arbeiten

Praktisches aus der Gesundheits-Sprechstunde: Atemtherapie zur Selbstanwendung

Selbstmanagement-Strategien und nützliche Tools im Alltag

Visible-App und FUNCAP55: Symptomschwere und funktionelle Leistungsfähigkeit bei ME/CFS und Long COVID beurteilen

Lese- und Geschenktipp: Ein außergewöhnlicher Ratgeber für Familien und Jugendliche mit ME/CFS von Natascha Kunert-Möller

ME/CFS bei Kindern und Jugendlichen: Ressourcen für Eltern, Angehörige und Fachleute

Wie Sprache, Forschung und Strukturen Wahrnehmung verzerren – und wie sich das verändern lässt.

Marginalisierung zwischen medial verstärkter Polarisierung und strukturellem Ableismus

Long COVID in den Medien: Gratwanderung zwischen Diskriminierung und Aufklärung (Blog)

Long COVID lässt neu behinderte Menschen vor alten Barrieren stehen (Blog)

Psychologisierung, epistemische Ungerechtigkeit und systemisches Gaslighting

Vom Diskurs zum Strukturwandel? – Das Anliegen zeigt sich im Handeln

Psychologisierung und die Bedeutung von Sprache im Gesundheitskontext

Zur Funktion der Psychologisierung von ME/CFS im Systeminteresse – Wenn Evidenz auf inhärente Merkmale medizinischer Standards, gesellschaftlicher Wahrnehmung und ökonomischer Ziele trifft

Die Berufsethik in der Psychotherapie bei ME/CFS und „medizinisch unerklärlichen Symptomen“ (MUS) neu überdenken

„Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass es Burnout sein könnte?“ – Psychologisierung und Stigmatisierung von selbstberichteten Fällen von Long COVID oder post-COVID-19-Impfsyndrom – Zusammenfassung der Studie von Büchner et al. (2025)

Fatigue vor Covid-19. Eine Patientinnensicht auf Gender-Aspekte, Psychosomatisierung und medizinische (Nicht-)Wissensregime bei ME/CFS Rezension zum Buchbeitrag (Wittmann, 2022)

Kommentare zu „Alles nur psychisch? – Steile Thesen, flach belegt!“

Weshalb gerät Long COVID immer mehr in den Hintergrund?

Long COVID-Stigma kann Menschen dazu bringen, die Krankheit zu verheimlichen

Kritische Analyse zur Studie: „Erfahrungen von Betroffenen im Leben mit Long COVID und Überzeugungen über die Rolle der Psychologie in ihrem Zustand“

Über Verantwortung, Schuld und Reue – warum Professionalisierung auch bedeutet: sich berühren zu lassen

Der letzte Ausweg: Zum assistierten Suizid von schwerbetroffenen ME/CFS-Erkrankten und Gedenken: Im Dunkel – das Lied von Marc Kirch

Kritisch analysiert: wissenschaftliche Arbeiten und medizinische Kommunikationsmuster

Kurze Kritik zur sogenannten „Stellungnahme zum Forschungsstand bei MECFS” der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) vom 22.07.2025

Das Paradox der Ganzheitlichkeit – Form schlägt Evidenz: Angewandte systemisch-realkonstruktivistische Analyse am praxisktischen Beispiel im Umgang mit ME/CFS

Pogofähigkeit oder Violent Dancing? Woran Sie kommunikative Muster erkennen, die komplexe Lösungen ermöglichen – und solche, die Konflikte zementieren.

Pathologisierung und Mythen als Psychologisierungs-Verstärker – Teil 1: „Wer sich nur mit Krankheit beschäftigt, kann ja auch nicht gesund werden.“ 
Pathologisierung und Mythen als Psychologisierungs-Verstärker – Teil 2:  Einige Gedanken zur Frage, woher Zuschreibungen wie „Krankheitsfixierung“ kommen.

Wie plausibel ist es, dass zwei Drittel der Anträge der Pensionsversicherung bei einer schweren Multisystemerkrankung mit hohem Funktionsverlust als „unberechtigt“ abgelehnt werden?

Die Cochrane-Kontroverse um ME/CFS: Von wissenschaftlicher Integrität zur Verzerrung mit nicht-evidenzbasierten Thesen

Zur Lage der Gesundheitsversorgung und Forschung

Bundesregierung startet eine „Nationale Dekade zu postinfektiösen Erkrankungen“ – ein Wendepunkt für Long COVID 6 ME/CFS

Long COVID Medikamente: Einschätzung zu Bewertungsvorschlägen der Expertengruppe Long COVID Off-Label-Use

Neuigkeiten zur Gesundheitsversorgung: Long COVID-Richtlinie beschlossen, 21.12.2023

Besonderer Verordnungsbedarf und Heilmittelverordnung für Physio- und Ergotherapie bei Post-COVID-Syndrom (U09.9)

„… Wären im Schwerpunkt junge Männer betroffen, würde nie so argumentiert.“ – Karl Lauterbach (Die Rede ist von ME/CFS)

Deutsche Studie zur prekären Versorgungslage von Menschen mit ME/CFS

Gesundheitsskandal um ME/CFS: Betroffene werden mit Krankheit alleine gelassen

Über den Umgang mit ME/CFS: Was sich im Gesundheitswesen und in Gesellschaft ändern muss

Bessere Versorgung für ME/CFS – Nach der Anhörung im Deutschen Bundestag

Sozialmedizinische Beurteilung und sozialrechtliche Anerkennung

Krank, arbeitslos, erwerbsunfähig – und nun wohnungslos? Ein Kampf mit Behörden: „Nicht zuständig“ – ein amtlicher Satz mit existenziellen Folgen.

Anerkennung von Post-COVID als Berufskrankheit: Das Sozialgericht Heilbronn hat ein richtungsweisendes Urteil gefällt.

Antrags- und Klageverfahren auf Erwerbsminderungsrente wegen Long COVID und ME/CFS verdreifacht – und die Konsequenzen?

Sozialmedizinische Aspekte zu Long/Post COVID und ME/CFS bei der Feststellung einer Schwerbehinderung

Sozialmedizin, Recht und Teilhabe: Nachteilsausgleiche und Grad der Behinderung (GdB)


Wie sich Erkrankung auf Arbeitsfähigkeit, Organisationen und volkswirtschaftliche Prozesse auswirkt – und welche Gestaltungsoptionen es gibt.

Praxiseinblicke und Fallbeispiele zur Neuausrichtung mit Long COVID und ME/CFS

Long COVID im Berufsalltag – Wissensreihe für Wiedereinsteiger und Fachpersonen im BEM (Blog-Artikel)

Interview: „Es ist an der Zeit für eine gesundheitsorientierte Neuausrichtung!“ (REHADAT-Portal Gute Praxis)

Rückkehr zur Arbeit mit komplexen Krankheitsfolgen wie postaktue Infektionssyndrome: Herausforderungen und Chancen

Gute Praxis im BEM – Betriebliches Eingliederungsmanagement bei Post COVID und ME/CFS (Teil 1)

Long COVID Awareness Day: Auswirkungen im Arbeitsleben und Strategien zum beruflichen Neustart im Organisationskontext

Lebensrealitäten, Erleben von Zeit, Beziehungen und Teilhabe mit schwerer Erkrankung

Wenn Zeit zur Grenze wird – und die Form von Sprache zur Brücke: ME/CFS-betroffene Künstlerinnen halten ihr Leben in Comics fest (im Fokus: „Crip Time“ durch Behinderung veränderte Zeitlichkeit)

Folgen für Arbeitsfähigkeit, gesellschaftliche Kosten und Wirtschaftsbelastung

REHADAT-Umfrage 2022 zu Long COVID im Arbeitsleben – Langzeitfolgen von COVID-19

Gesundheitsbezogene berufliche Herausforderungen bei Long / Post COVID und ME/CFS

Long COVID im Gesundheitswesen: COVID-19-Langzeitfolgen und Arbeitsfähigkeit

Wie Long COVID den Arbeitsstatus beeinflusst – Lichtet sich der Nebel?

Long COVID sufferers struggling with work

Was kostet Long COVID die Wirtschaft? (Bezug zu britischer Studie und zu global hochgerechneten Kosten)

Studien und erprobte Konzepte zur beruflichen Reintegration

Berufliche Teilhabe bei Long COVID gestalten – Lesetipp: REHADAT-Wissensreihe

Studie zur Rückkehr in den Beruf mit Long COVID: Eine Analyse mithilfe der Konzepte Episodic Disability and Total Worker Health®

Vom Lesen zum Handeln – Vom Wissen zur Veränderung

Wo können Sie ansetzen? Und wie kann neues Denken und Handeln konkret aussehen?
Veränderung beginnt mit Fragen. Fragen öffnen Perspektiven, machen Komplexität sichtbar und zeigen, wo bisherige Routinen an Grenzen stoßen. Wenn wir innehalten und bewusst betrachten, wie wir Wirklichkeit sprachlich herstellen, entsteht ein Zwischenraum: ein gedanklicher und zeitlicher Raum, in dem sich Handlungsoptionen verändern.

Für ME/CFS und Long COVID bedeutet das aus meiner Sicht: Gesundheitsbildung und professionelle Kompetenzentwicklung neu zu denken. Nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als Arbeit an Deutungsrahmen, Kommunikationsformen und Strukturen. Mein Ansatz der systemischen Gesundheitsbildung verbindet angewandtes systemtheoretisches und realkonstruktivistisches Wissen der FORMWELT-Forschung mit psychosozialer Edukation, Coping und systemisches Arbeiten und zielt auf drei Ebenen:

1. Komplexitätsbewusst entscheiden – gerade in Unsicherheit

Systemzusammenhänge zwischen Person, Umfeld und Struktur sichtbar machen.
Kommunikationsmuster erkennen, die Barrieren verstärken – und solche, die Ressourcen eröffnen.
Wahrnehmen, dass wir es immer mit beobachterabhängigen Wirklichkeitskonstruktionen zu tun haben: Was als „objektiv“ gilt, ist immer auch Ergebnis von Sprache, Modellen und Normen.

Wer Phänomene nicht nur inhaltlich, sondern auch in ihrer FORM und Wirkung analysieren kann, kommuniziert klarer und trifft reflektiertere Entscheidungen. Hier setze ich an: mit Konzepten und Modellen, die realkonstruktivistisches Wissen, Pogofähigkeit (nach Gitta Peyn) und universelle Merkmale von Kommunikationsmustern nutzen, um polarisierende, mechanistische oder rein psychologisierende Erklärmuster zu durchbrechen.

2. Schadensminderung priorisieren – „nicht schaden“ als Leitlinie

Nicht jede Infektion und nicht jede Verschlechterung lässt sich verhindern – aber vieles ist vermeidbar.
Prävention bedeutet hier:
– frühzeitig erkennen und ernst nehmen,
– Belastungen in Akut- und Rekonvaleszenzphase begrenzen,
– PEM und Belastungsintoleranz respektieren, statt aktivierend „gegen zu steuern“.

Schonung, Pacing und angepasste Rehabilitation sind keine „Vermeidungsstrategien“, sondern zentrale Schutzfaktoren. Geschulte Fachpersonen spielen dabei eine Schlüsselrolle – wenn sie die Form der Erkrankung, die Risiken von Fehlbehandlung und die Perspektive der Betroffenen einbeziehen.

3. Systemische Lösungen gestalten – Bedingungen verändern, nicht nur Individuen

Versorgung hängt nicht nur vom Wissen einzelner Fachpersonen ab, sondern von Rahmenbedingungen, in denen Menschen leben und arbeiten:
– Stigmatisierung abbauen, damit Menschen sicher sprechen können, ohne negative Folgen befürchten zu müssen.
– Strukturen im Gesundheitswesen so ausrichten, dass komplexe Verläufe nicht „durch Raster fallen“.
– in Organisationen Arbeitsbedingungen schaffen, die mit episodischer Beeinträchtigung und begrenzter Energie vereinbar sind.
– Infektionsprävention (z. B. saubere Raumluft) als Teil von Gesundheits- und Arbeitsschutz verstehen, nicht als Zusatzthema.
– transdisziplinäre Netzwerke stärken, in denen Betroffene, Fachpersonen und Entscheidungstragende gemeinsam lernen.

So entstehen Umgebungen, die Teilhabe ermöglichen – und in denen auch Fachpersonen tragfähiger arbeiten können, weil Erwartungen und Möglichkeiten besser zueinander passen.

Was Sie mitnehmen können

– Wenn Sie betroffen sind: Sie finden hier Sprache und Modelle, die Ihre Erfahrungen einordnen und gegenüber Institutionen benennbar machen.
– Wenn Sie Fachperson oder Führungsperson sind: Sie erhalten Werkzeuge, um eigene Deutungsmuster zu prüfen, Risiken besser zu erkennen und Entscheidungen transparent zu begründen.
– Wenn Sie Verantwortung in Organisationen oder Politik tragen: Sie sehen, wie sich Linien von Forschung über Leitlinien bis zu Alltagsentscheidungen ziehen – und wo Stellschrauben für strukturelle Veränderung liegen.

Wenn Sie prüfen möchten, ob und wie ich Sie begleiten kann – in Beratung, Supervision, Fortbildung oder strategischer Prozessgestaltung – sprechen Sie mich gerne an. Gemeinsam klären wir, was in Ihrem Kontext sinnvoll und realistisch ist.


Wenn Sie prüfen möchten, ob und wie ich Sie begleiten kann – in Beratung, Supervision, Fortbildung oder strategischer Prozessgestaltung: Sprechen Sie mich gerne an! Gemeinsam klären wir, was in Ihrem Kontext sinnvoll und realistisch ist.
 

Externe Wissensressourcen zum Teilen

Medizinische Ressourcen zu Long/Post-COVID: longcoviddeutschland.org

Umfassende Sammlung zu Long/Post-COVID wie Leitlinien (z. B. S1-Leitlinie der DGP), Fortbildungen (z. B. Charité-Kurse, CME-Angebote), Stellungnahmen (z. B. der Bundesärztekammer), Informationen zu Besonderheiten der Rehabilitation und Physiotherapie, ICD-Kodierungen, wissenschaftliche Netzwerke, Videos etc.

longcoviddeutschland.org


Long COVID Schema aus der Praxis für die Praxis: neuropraxis-solothurn.ch

Dr. med. Maja Strasser, erfahrene Neurologin, bietet mit ihrem Diagnostik- und Therapieschema für Long/Post-COVID – inkl. Post VAC und Dysautonomien wie POTS und OI – eine fundierte und praktische Ressource. Der „Spickzettel“ im A4-Format basiert auf wissenschaftlichen Empfehlungen (z. B. Mayo Clinic, Charité) und klinischer Erfahrung und wird im interdisziplinären Austausch aktualisiert.

neuropraxis-solothurn.ch


D-A-CH-Konsensus-Statement zu ME/CFS: link.springer.com/article

Aktuelle Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie von ME/CFS. Empfehlungen für Kanadische Konsensuskriterien (CCC) mit Fokus auf Post-Exertionelle Malaise (PEM) als Leitsymptom sowie Pacing und symptomlindernde Therapiemaßnahmen. Spezialisierte Versorgungsstrukturen, Schulungen, Pflege Schwerstbetroffener, Aufklärung und Prävention, insbesondere im Kontext von Long COVID.

link.springer.com/article


Mayo Clinic Proceedings ME/CFS: mayoclinicproceedings.org/article

Bateman, L. et. al. (2021). Myalgic Encephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome: Essentials of Diagnosis and Management. Mayo Clinic Proceedings, 96(11), 2861-2878. Umfassende Empfehlungen zur Diagnose und Behandlung von ME/CFS, basierend auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinischer Empirie (englischsprachig). Die Autoren beschreiben die Symptome und Komplexität der Erkrankung, betonen die Bedeutung der Einbeziehung der Erfahrung und individueller Managementstrategien von Betroffenen und fordern eine verbesserte medizinische Ausbildung und aktualisierte Leitlinien für ME/CFS.

mayoclinicproceedings.org/article


Bateman Horne Center Clinical Care Guide: batemanhornecenter.org

Ein interdisziplinär entwickelter, evidenzbasierter Praxisleitfaden für ME/CFS, Long COVID und infektiös bedingte Langzeiterkrankungen – für Fachpersonen, Betroffene und Interessenvertretungen. Er bietet strukturierte Ansätze zur Diagnostik, Symptomsteuerung und Versorgung bei PEM, Dysautonomie, MCAS, Fatigue und kognitiven Einschränkungen. Darunter praxisnahe Tools zur Funktionserfassung, der 10-Minuten-NASA-Lean-Test zur Beurteilung orthostatischer Intoleranz, Hinweise zur Dokumentation, Teilhabeplanung und interprofessionellen Koordination.
Englischsprachig, basierend auf US-Versorgungsmodellen, aber inhaltlich übertragbar – als Orientierung auch im deutschsprachigen Gesundheitswesen.

batemanhornecenter.org


Informationsblätter zu ME/CFS: mecfs.de/informationsblatt

Die Fachinformationen der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS richten sich an ärztliche, therapeutische und pflegerische Fachpersonen und Lehrkräfte sowie an Erkrankte und Angehörige. Weiterführendes krankheitsspezifisches Wissen zur Definition von ME/CFS, zur aktuellen Forschungslage und Abgrenzung gegenüber Long COVID sowie zur Diagnostik und Therapie finden sich unter: „Was ist ME/CFS?“ inklusive Aufklärungsbroschüren und Videos zum Pacing. Zur Unterstützung im Umgang mit haus- und bettgebundenen, oft pflegebedürftigen Menschen gibt es zudem einen patientenzentrierten Leitfaden für die Versorgung Schwerbetroffener in deutscher Sprache.

mecfs.de


Handouts zu ME/CFS zum Ausdrucken: millionsmissing.de/handouts

Die Plattform millionsmissing.de stellt fundierte, druckbare Materialien zu ME/CFS bereit – für Betroffene, Angehörige und Fachpersonen. Sie finden hier verständliche Handouts, evidenzbasierte wissenschaftliche Arbeiten, Zusammenfassungen von Fachtagungen und standardisierte Fragebögen zur Diagnostik. Die Dokumente unterstützen bei der medizinischen Kommunikation, der Vorbereitung auf Arzttermine, Klinikaufenthalte und Begutachtungen sowie bei der Aufklärung im persönlichen Umfeld.

millionsmissing.de/handouts


Taskards-Pinnwand: tinyurl.com/MECFS-Links

Umfassende strukturierte Linksammlung von Fachinformationen, Alltagshilfen, und Aktivismus bis hin zu Forschungsupdates zu ME/CFS, Long/Post-COVID sowie anderen Langzeitfolgen nach EBV und Impfungen.

tinyurl.com/MECFS-Links